Der Mono Lake - ein See versetzt den Besucher in eine andere Welt...

 

 
 
Allgemein
Der Mono Lake zieht jeden Besucher durch seine Einzigartigkeit in seinen Bann  - nicht umsonst wird er das " Tote Meer Kaliforniens " genannt...
Zuerst fallen jedem Neuankömmling seltsame Gebilde , welche sich in Ufernähe der Südseite des Sees befinden , ins Auge .
Sie bestehen aus Tuffstein , haben die seltsamsten Formen und ragen einige Meter aus dem Wasser.
Zu ihrem Schutz wurden sie zum " Mono Lake Tufa State Reserve " erklärt . Denn die " Tufas " , wie die eigenartige Türme auch genannt werden ,
bestehen aus Kalk ( Kalziumkarbonat ) und sind daher sehr empfindlich - nachvollziehbar , wenn man bedenkt , dass sie das stattliche Alter 
von ca. 13000 Jahren haben...
Denn die Entstehung solcher Kalkgebilde ist ein langwieriger Prozess: Sie entstehen durch die Wechselwirkung der Frischwasserzuflüsse
mit dem salzhaltigen Wasser des Mono Lake . Sie haben sich nicht verlesen - dieser See ist einer der ältesten des nordamerikanischen Kontinents
und ein Phänomen der Natur : Sein Salzgehalt ist mittlerweile fast dreimal so hoch wie der eines Ozeans !
Man kann es fast schon als Lauge bezeichnen , es ist also giftig - deshalb leben hier keine Fische , Frösche und sonstigen Wassertiere.

Mono Lake California

Mono Lake , Kalifornien

Mono Lake , Tufa

Warum ?
Der See ist eigentlich kein See im herkömmlichen Sinne . Vielmehr stellt er ein Becken vulkanischen Ursprungs dar .
Sein ursprünglicher Durchmesser betrug einst ca. 22 km ( damals : "Lake Russell" )!   Diese Ausdehnung hat der See schon lange nicht mehr .
Seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden einige Zuflüsse ( Owens River ) des Mono Lake zur Trinkwasserversorgung
von Los Angeles und weiteren Metropolen Kaliforniens angezapft bzw. ganz umgeleitet .
Nur 5 Prozent der einstigen Zuflussmenge gelangen heute noch in den See . Damit wenigstens diese Menge erhalten bleibt , wurde die
Entnahme der Zuflüsse 1994 neu geregelt und so die weitere Austrocknung gestoppt - denn in den letzten 50 - 60 Jahren halbierte sich das
Wasservolumen , verdoppelte sich der Salzgehalt und sank der Wasserstand um mehr als 14 Meter ab !
Deshalb sind diese bizarren Gebilde für uns überhaupt sichtbar - verbirgt sich so etwas doch normalerweise unterhalb der Wasseroberfläche....
 
Das Wasser der übriggebliebenen " Bäche " transportiert nach wie vor gelöste Salze und Mineralien in das Gewässer.
Da der See keinen natürlichen Abfluss besitzt , verliert der Mono Lake nur durch natürliche Verdunstung etwas Wasser.
Die eingeschwemmten Salze bleiben zurück , und die Konzentration steigt ständig weiter (ca. 80g pro Liter - Meerwasser : ca. 31,5g pro Liter) .
 
 
Fauna
Man mag den Mono Lake durch all diese zum großen Teil vom Menschen verschuldeten Umstände für tot halten.
Diese Annahme stimmt aber ganz und gar nicht . In dieser stark alkalischen " Brühe " überlebt zwar kein Fisch , dafür fühlen sich
winzige Salzwassergarnelen ( Artemia monica ) sehr wohl . Ihre Anzahl wird in den Sommermonaten auf 6 - 7 Milliarden (!)  geschätzt.
Diese ernähren sich von Blaualgen - diese gedeihen in warmen , stehenden Gewässern besonders gut.
Wo es leckere Garnelen gibt , da gibt es natürlich auch jemanden , der sich über dieses Angebot freut !  
Es tummelt sich jede Menge Salzfliegen in Ufernähe - das kann für Menschen etwas lästig werden...  :-)
 
Über diesen Zustand wiederum freuen sich alljährlich ca. 2 Millionen Zug- und Ufervögel , welche hier einige Monate Rast machen und auf
Nahrungssuche gehen ; die Bedingungen sind fast optimal - so werden z.B. 90 Prozent der kalifornischen Möwen auf den beiden Inseln ,
welche sich inmitten des Mono Lake befinden , ausgebrütet. Andere stärken sich auf ihrem langen Weg in die Tropen oder nach Südamerika .
 
Auch wurden hier in jüngster Zeit ein auf der Erde bisher unbekannter Bakterienstamm gefunden : guckst du hier  ;o)
Inseln
Die Halbinsel " Negit Island " , eigentlich eine Insel und nur durch den abgesunkenen Wasserpegel zur Halbinsel " mutiert " , ist relativ jung.
Ihr Alter wird auf ca. 2000 Jahre geschätzt . Sie ist vulkanischen Ursprungs , ist mit Asche bedeckt und besitzt heute noch heiße Quellen .
Das Absinken des Pegels hat fatale Folgen für die Brutstätten der Möwen - gelangen doch seit geraumer Zeit Coyoten und andere Räuber
auf dem Landweg recht einfach dorthin...
 
Die zweite Insel " Pahoa Island " entstand durch aufsteigendes Magma und ist dadurch heller als ihre " Schwester " -
sie ist auch die größere von beiden.
 
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Vulkanität
Wie schon erwähnt , ist der Mono Lake durch vulkanische Aktivitäten entstanden .
Davon kann man sich auch heute noch überzeugen . Nicht weit entfernt von der Südseite des Sees befinden sich einige kleinere und größere
Vulkankrater . Sie entstanden vor ca. 10000 Jahren und sind somit noch relativ jung . Ein erneuter Ausbruch ist nach Einschätzung der
Wissenschaftler immer noch möglich - die letzte belegte Aktivität war erst im 14. Jahrhundert n.Chr.  .
Am einfachsten zu besuchen ist der " Panum Crater " , da er über eine gute Zufahrt für PKW verfügt .
 
Touren
Ein Abstecher zum Mono Lake lässt sich sehr schön mit dem Besuch anderer Ziele dieser Gegend verbinden .
Nur wenige Meilen nördlich befindet sich die alte Goldgräber Ghost Town Bodie .
Im Westen des Gewässers lädt der Yosemite National Park zu einem Besuch ein...
Im Süden erreicht man über den US 395 das " Tal des Todes " - den Death Valley National Park .
So kann man sehr schön mehrere Ziele verschiedenster Charaktere miteinander kombinieren...
 
 
Anfahrt
Der außergewöhnliche See mit seinen fotogenen Tufas liegt an der östlichen Grenze Zentral - Kaliforniens , unweit der Borderline zu Nevada.
Eingerahmt wird er von der " Sierra Nevada " , dem " Yosemite National Park " und den " White Mountains "
Zu erreichen ist er vom Norden , aus Richtung Reno  , über den US 395.
Im Westen liegt , wie schon beschrieben , der Yosemite NP - diese Zufahrt wählt man , wenn man z.B. von San Francisco anreist .
Vom Süden her nimmt man ebenfalls den US 395 aus Richtung Death Valley ( und weiter Las Vegas ) oder San Bernardino.

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