Jeder , der Utah schon einmal über den Interstate 70
durchquert hat , ist wahrscheinlich
mehr oder weniger unbewusst durch das " San Rafael Swell " gekommen .
Hier handelt es sich um ein großes Wüstengebiet im
mittleren Utah .
Einen
wesentlichen Teil nimmt hierbei das San Rafael Reef
ein , eine
zackenförmige , knapp 80 km lange
Bergkette ,
welche von Price im
Norden bis fast nach
Hanksville
im Süden verläuft.
Gerade im Sommer , wenn die Niederschlagsmengen
zunehmen , rauschen die Wassermassen oft
durch die Canyons und
(ver)formen auch heute noch das Antlitz des Gebirges ,
welches hauptsächlich aus dem doch recht
weichen Navajo - Sandstein besteht ....
Location
Wer sich schon mit einem Trip in dieses Gebiet
beschäftigte , hat sicherlich vom
bekanntesten Ziel , dem " Goblin Valley
State Park ", gehört .
Dieser zieht jährlich viele Besucher an , ist aber
keinesfalls überlaufen . Platz zum
Campen und für Wohnmobile ist vorhanden
.
Nur einige Meilen entfernt und ohne weitere technische
Finessen erreichbar , befindet sich ein
weiteres Highlight eines jeden Canyonfans :
der " Little Wild Horse Canyon " , ein wunderschöner
Slot Canyon ( Schlitzschlucht ) , der
sich in mehrere , verschieden aussehende
Passagen aufteilt . Nicht nur , dass die Farben hier
von Gelb nach Braun und Rot wechseln ,
nein , auch die einzelnen Sektionen kommen
unterschiedlich in ihrer Formgebung daher .
Da gibt es weite , offene Teilstücke , gefolgt von
gerade mal schulterbreiten Felsspalten
und wieder sich weiter auftuenden
Einschnitten .
Die eine oder andere Klettereinlage muss man schon mal
durchstehen , sie sind aber allesamt
machbar und steigern das Erlebnis
zusätzlich... ;-)
Dafür entdeckt der Hiker auch immer neue " Variationen
in Stein " ; klingt poetisch , trifft es
aber im Kern .
Die Vielfalt an Ausformungen , die vor allem dem
abfließenden Regenwasser des Reefs zu
verdanken sind , ist schon spektakulär
...
Der " Little Wild Horse Canyon " hat auch noch einen "
Nachbarn " , den " Bell Canyon " -
dieser soll aber nicht annähernd so
schön sein...
Zwar wird er vom BLM als Roundtrip empfohlen , besser
nutzt man aber die Zeit zum Erforschen
und Genießen des " Little Wild Horse "
aus .
Achtung !
Der " Little Wild Horse Canyon" und auch sein
Nachbarcanyon sind sehr stark Flash
Flood gefährdet .
Sie entwässern praktisch einen sehr großen Teil dieses
Gebietes und dementsprechende
Abflussmengen treten bei Niederschlägen
auf .
Es ist daher unbedingt vorher der
Wetterbericht
einzuholen . Auch die vorangegangenen Tage sind
abzuchecken .
Das Internet ist von vielen Motels aus erreichbar -
hier kann man sich einen Überblick über
die Verhältnisse verschaffen .
Spätestens am Visitor Center im Goblin Valley ,
welches fast auf dem Weg zum Slot liegt
, kann man sich informieren .
Geht kein Risiko ein - " Erst mal Drinnen gibt's kein
Entrinnen " ...
Anfahrt
Die Anreise zum " Little Wild Horse Canyon " ist
gegenüber anderen Zielen des Südwestens
für jedermann machbar .
Es bedarf weder eines allradgetriebenen Fahrzeugs noch
irgendwelcher GPS Daten , jedoch sollte
die Piste trocken sein ...
Ausgangspunkt ist die State Route 24 , welche im Osten
vom Interstate 70 bei " Sigurd " nach
Süden abzweigt , durch den "Capitol Reef
NP "
führt , westlich des Parks in "
Hanksville " auf die
SR 95 trifft und von dort weiter gen
Norden verläuft , bis sie wieder auf den
Interstate 70 trifft .
In der Mitte des letzten Teilstücks , jeweils ca. 20
Meilen von der I 70 bzw. "
Hanksville " entfernt , zweigt nach
Westen die
" Temple Mountain Road " ab . Nachdem man knapp fünf
Meilen zurückgelegt hat , biegt die "
Goblin Valley Road " links nach Süden ab
.
Gut erkennbar ist der Abzweig am gegenüberliegenden
Pullout , an dem auch eine große
Infotafel angebracht ist .
In der Hauptsaison kann man sich hier auch Maps vom
San Rafael Reef ziehen ; außerhalb
greift man offenbar doch schon mal ins
Leere... ;-(
Natürlich ist der State Park auch ausreichend
beschildert . Das " Goblin Valley "
schon fast in Sichtweite zweigt rechts ,
also westwärts ,
eine feldwegartige , unscheinbare Dirt Road , die "
Wild Horse Road " , ab . Sie führt durch
recht ebenes Gelände und ist " PKW -
tauglich " .
Hat man einen etwas breiteren Wash durchquert , sollte
auf der rechten Seite schon der
Parkplatz mit Toilettenhäuschen
erkennbar sein .
Hier beginnt auch der Trail . Vorher sollte man sich
nochmals am dortigen Infobrett einen
Überblick zur Tour verschaffen .
Dies ist nicht ganz problemlos zu bewerkstelligen , da
die aufgehängten Karten und Tipps fast
bis zur Unkenntlichkeit ausgeblichen
sind ;-(
Doch eins erkennt der Wanderer mit Sicherheit : hütet
Euch vor Flash Floods !!!
Es geht nun nördlich in einen Wash hinein , welcher
bald in einen Canyon führt . Dieser
teilt sich nach einiger Zeit .
Zuvor muss man jedoch schon eine kleine Klettereinlage meistern , da der Weg
von Felsbrocken versperrt ist : also
linkerhand daran vorbei...
Wir nehmen den Rechten , unscheinbareren Abzweig , der
uns zum Ziel bringt ( auf unserer
Karte
grün markiert ) .
Wer das
Programm " Google Earth " (
Download ) zur
Verfügung hat , kann die Gegend genauer
, einschließlich GPS -
Daten ,
welche Sie dann auf Ihr GPS - Gerät übertragen können , " erkunden "
:
Link