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Cordoba war der einstige wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt des Kalifats von Al - Andalus.
Sie überstrahlte alles im maurischen Spanien bisher Dagewesene bei weitem . Nur Bagdad oder Konstantinopel konnten sich damals mit Cordoba in Glanz , Pracht und Reichtum messen.
Diese Zeit und die weitere wechselvolle Geschichte der nordandalusischen Stadt hat Cordoba zu dem gemacht , was es heute ist : Hauptstadt der gleichnamigen Provinz , Sitz einer Universität sowie nach wie vor ein Anziehungspunkt für geschichtsinteressierte Touristen aus aller Welt....
 
 
 
Die Stadt am Río Guadalquivir kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken : Schon die Phönizier , Griechen und Karthager wussten
um die strategische Bedeutung der Siedlung ; ihre erste Hoch - Zeit erlebte Cordoba aber erst unter den Römern ( ab 3. Jh. v. Chr. ) ,
als sie in die Provinz " Hispania Ulterior " eingegliedert wurde . Sie kürten sie zur Hauptstadt der Provinz " Baetica " ( " Baetis " - lat. für "Guadalquivier " ) .
Sie bauten den Ort zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum aus und verhalfen ihm zu seinem ersten gewaltigen Aufschwung . Auch religiöse
Stätten wie der "Janus -Tempel" entstanden. Eine mächtige Brücke überspannt den Guadalquivir : "Puente Romano" ( von den Mauren wieder aufgebaut ).
An ihren Enden sind der Festungsturm " Torre de la Calahorra " ( 14 Jh. ) sowie das römische Brückentor " Puerta del Puente " zu bestaunen.....
Anfang des 5. Jh. n. Chr. eroberten die Vandalen die Stadt , hielten sich aber nicht lange und mussten den Westgoten weichen.
Diese wurden 711 von den Arabern des Feldes verwiesen - und " Al - Andalus " entwickelte sich seitdem zu einem der wirtschaftlichen und kulturellen
Zentren in ganz Europa .
 
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Im Jahre 755 griff Abd ar-Rahman I. ( er war 750 als Einziger dem Massaker der Omaijadendynastie in Damaskus entkommen ) in die Fehden der
verschiedenen Maurenherrscher ein  , eroberte die Stadt und gründete das Emirat von Cordoba. 778 besiegte er Karl den Großen ( bei Roncesvalles ).
An der Stelle des römischen " Janus - Tempels "  entstand später eine christliche Kirche und ab 785 der erste Teil der " Mezquita " ,
der großen Moschee , welche heute Cordobas Anziehungspunkt Nr. 1 darstellt.
Die Stadt war damals der Mittelpunkt des " Kalifats des Westens " und hatte für seine ca. 100.000 Einwohner ca. 300 weitere islamische Gebetsstätten
zu bieten , was allein schon den Rang und Glanz dieser Metropole verdeutlicht ( Zahlen bei Einwohnern und Gebetsstätten schwanken je nach Quelle ) .
Ab 832 n.Chr. wurde die " Mezquita " erweitert ( Abd ar-Rahman II. ) und ab dem Jahre 960 nochmals um fast die doppelte Fläche vergrößert .
Al - Hakem II. und Großwesir El - Mansur ( Almansur ) waren die letzten maurischen Bauherren der Moschee - Anlage .
1009 n. Chr. hatte das beeindruckende Bauwerk ein Ausmaß von 22400qm !!!
 
 
 
Der Besucher betritt die Mezquita durch den großzügigen Innenhof ( Patio de los Naranjos ) mit Glockenturm ( wurde um das Minarett herumgebaut ) .
Ein Labyrinth aus 856 Säulen , getaucht in ein mystisches Halbdunkel , bildet ein absolut einmaliges Ensemble aus Formen und Licht.
Der Säulenwald besteht aus Alabaster , Granit und Marmor ( viele der Säulen wurden aus alten Tempeln der Römer usw. verwendet ) .
Markant sind die Doppelbögen ( Hufeisenbogen ) aus Kalk - oder Sandstein und Ziegel : in ihrer Fülle ein fantastisches Spiel von Farbe und Perspektive....
Am prunkvollsten ist die Mezquita im Abschnitt der dritten Erweiterung.
 
 
Der Mihrab ( Gebetsnische ) aus dem Jahr 964 wird von einer wunderschönen Lichtkuppel mit Kreuzrippen überspannt. .
Hier ist auch die " Kibla "  , die Wand , die gen Mekka zeigt , zu finden .  Sie ist besonders prächtig mit Mosaiken byzantinischer Handwerker ausstaffiert .
Im 13 Jh. wurden 63 Säulen inmitten der Moschee entfernt. An deren Stelle entstand eine christliche Kathedrale ( Catedral ) , welche die Symmetrie des
Säulenwaldes jäh durchbricht. Man kann es so und so sehen :Ist es eine architektonische Meisterleistung , solch ein von der
Bestimmung her völlig anders geartetes Gebäude hier zu integrieren oder ein einmaliges , lichtdurchflutetes , optisches Meisterwerk so zu verschandeln...
Ok - die Mauren verloren Cordoba an die Christen : Dass diese überhaupt die Moschee stehen ließen , ist von der Sache her nicht zu unterschätzen...
Die Kirche allerdings hätte man auch woanders in der Stadt errichten können  ;-) ,  jedoch ist sie in ihrem Prunk ein Kunstwerk für sich ! Bewundernswert !
In der Moschee sind auch noch einige kleine Privatkapellen zu besichtigen , welche einst die Familien Cordobas als Anerkennung erhielten, die die
Kriege des spanischen Königshauses unterstützt hatten..
 
Condor - Wir lieben Fliegen!
 
Doch Cordoba hat noch viel mehr zu bieten : La Juderia - das alte Judenviertel - lädt in seinen engen Gassen zum Bummeln ein :
die " Calleja de las Flores " ( Blumengasse ) sowie die " Calle Judios " mit der einzigen erhaltenen Synagoge der Stadt ( Sinagoga von 1315 ) .
Auch privat restaurierte Gebäude sind in Form kleiner Museen zu besichtigen. Am Ende der Gasse befindet sich das Stadttor " Puerta de Almodovar " .
Anfang Mai jeden Jahres küren die Cordobesen den schönsten Innenhof ( Patio ) der Stadt. Diese sind dann alle öffentlich zugänglich und wunderschön !!!
Weitere wichtige Punkte der Stadt sind der "Alcazar de los Reyes " sowie 8 km entfernt von Cordoba die " Medina Azahara " - einstige Sommerresidenz
von Abd ar-Rahman III. und Al - Hakem am Fuße der " Sierra Morena " . Nur ca. 50 Jahre diente die luxuriöse und prunkvolle Anlage ihren Erbauern ,
dann wurde sie von eindringenden Berbertruppen zerstört und geplündert und erst seit Anfang des 20. Jh. restauriert.
 

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