Umgeben von
den Gebirgen " Sierra de Gador " , " Sierra de Alhamilla
" und der " Sierra de Cabo de Gata "
liegt die
Küstenstadt Almeria , die auch Hauptstadt der
gleichnamigen Provinz ist.
Bereits von
den Römern als Handelshafen ( Portus Magnus ) gegründet
,
erlebte
Almeria bei den Mauren seine zweite Blüte - als " Al
Marijat " oder "Al Miriya " - ( Spiegel des Meeres )....
320 sonnige Tage im Jahr versüßen den rund
170.000 Einwohnern Almerias das Leben ein wenig.
Das wussten auch schon die
Phönizier , Griechen und Karthager zu schätzen
und ließen sich hier nieder. Im Jahre 955 wurde
Almeria von den Mauren des Kalifats von
Cordoba neu gegründet und später in ein
Teilkönigreich ( Taifa - Reich ab 1009 n. Chr.
unter der Herrschaft von Banu al Amiri
1012
- 1038
)
umgewandelt. Durch den Handel mit
Seide und Baumwolle gedieh es prächtig. Almeria war
zu einem der bedeutendsten Häfen des
Mittelmeerraumes geworden.
Aus dieser Zeit stammt die mächtige Alcazaba
hoch über Stadt. Sie ist die zweitgrößte Festung
auf der Iberischen Halbinsel und bietet 20.000
Menschen Platz.
1038
bis 1041 von Valencia annektiert , wurde es später
von Saragossa an die
Banu Sumadih
- Dynastie
übergeben und 1091 von den
Almoraviden
erobert.
Der Niedergang der Stadt setzte 1147 ein , als
die Christen im Zuge der Reconquista
(Rückeroberung der Gebiete des heutigen
Spaniens)
Almeria den Mauren streitig machten
. Diese wiederum übernahmen zehn Jahre später erneut
die Herrschaft .
Im 13.Jh. wurde Almeria dem Nasridenreich von
Granada angegliedert. 1489 war es
endgültig so weit - der katholische König von
Spanien übernahm die Macht.
1522
sowie in den zwei nachfolgenden Jahrhunderten
wurde Almeria mehrmals von verheerenden Erdbeben
heimgesucht .
Vom 16.Jh. bis ins 18 Jh. wurde Almeria immer
wieder von Berber - Piraten angegriffen . Auch
im spanischen Bürgerkrieg blieb die Stadt nicht
unversehrt ( 1937 ).
Der Besucher erblickt
zunächst die
übermächtige " Alcazaba " ( Festung ) über den
Hügeln der vorgelagerten Stadt. Ein Vordringen
mit dem PKW ist gar nicht
einfach , da ein Gewirr von Gassen und
Einbahnstraßen es dem Besucher wahrlich schwer macht
, den rechten Weg zu finden. Die Ausschilderung ist
auch hier
seeehr verbesserungswürdig !!!
Nur mit einem ausgeprägtem Orientierungssinn
findet der ambitionierte Autofahrer den
Parkplatz unterhalb der Burganlage.
Dieser befindet
sich oberhalb des recht ärmlichen
Zigeunerviertels " La Chanca " (bekannt durch
den gleichnamigen Roman von Juan de Goytisolo )
.
Wundern Sie sich nicht , wenn Sie von den Anwohnern , den
" Gitanos " , um - sagen wir mal - "
Aufsichtsgeld " gebeten werden :
Diese Leute
verlangen nicht viel , und im Interesse Ihres
Wagens sind die zwei , drei Euro bestimmt gut
angelegt... - kleiner Tipp ;-)))
.....
Natürlich erreicht man die Alcazaba auch zu Fuß . Der
beste Ausgangspunkt ist wohl der Rathausplatz (
" Plaza de la Constitutión " ) : Nur noch die
" Calle Almanzor " passieren und stets bergauf bis zum
Kastell - die Entfernung ist nicht besonders
groß..
Die Alcazaba kann der Besucher in den Sommermonaten
täglich von Di. - So. 9.00 - 20.30 Uhr und im
Winter von Di. - So. 9.00 - 20.30 Uhr " entern
".
Einzig am
25.12. und 1. 1. eines Jahres ist geschlossen
(wer verirrt sich da auch schon hierher ???) ...
Nachdem man die Festung durch
das " Justiz - Tor " betreten hat , kommt man in
eine große Gartenanlage , welche früher
nachweislich
mit Häusern ,
Bädern und Geschäften bebaut war. Die zur
Wasserversorgung notwendigen Ziehbrunnen und
Wasserspeicher existieren noch relativ gut
erhalten
im oberen Bereich der Anlage. Nun stößt man zur
einstigen Stadt - und Verteidigungsanlage vor ,
der eindrucksvollen " Hoya - Mauer " aus den
Jahren
1014 bis 1028 (
benannt nach der Hoya - Ebene , durch die sie bis
zur Burganlage des Heiligen Christopherus auf
dem gegenüberliegenden Hügel führt ).
Im zweiten Mauerring liegt ein Glockenturm " Santa Maria
la Major " aus dem Jahre 1763 - er sollte
vor Piratenangriffen warnen. Später kündigte
er
Bewässerungsintervalle des Umlandes an.
Der angeschlossene Hof wird durch ein Bassin
dominiert. Auch eine alte , erhaltene
Zisterne ist zu besichtigen.
Dann geht es vorbei an Ausgrabungsstätten der einstigen
Medina bis zum dritten inneren Mauerring ,
welcher durch die Christen errichtet wurde .
Ein
großer Teil dieser Bauwerke fiel allerdings den
oben beschriebenen Erdstößen zum Opfer .
Heute kann man dem Waffeninnenhof , dem Pulverturm sowie
dem Bunker und dem Hauptturm seine " Aufwartung
" machen...
Seit
den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden
umfangreiche Restaurierungen an der stark
verfallenen Kastell - Anlage durchgeführt.
Doch außer Almerias Innenstadt gibt es in diesem Gebiet
noch viel mehr zu entdecken: Im Norden der
Stadt beginnt Europas einzige Wüste , die
"
Sierra de Alhamilla " mit ca. 130mm
durchschnittlicher Niederschlagsmenge - im Jahr
!!! . Diese " Mondlandschaft " hat uns sehr
stark an das amerikanische
" Death Valley " erinnert !
Deshalb ist wohl auch in der Nähe des Ortes "
Tabernas " in den 60er und 70er Jahren die
Filmbranche ansässig geworden.
Es wurden hier zahlreiche " Italo - Western "
gedreht ( z.B. " Spiel mir das Lied vom Tod "
und " Lawrence von Arabien " )
und " Mini - Hollywood " und einige weiter kleine
Filmstädte gegründet. Diese müssen heutzutage
als Fun - Parks mit Western Shows usw. herhalten;
dies
lässt man sich hier draußen auch sehr gut "
entlohnen " . Der Eintritt sollte für
einen ganzen Tag reichen , spätes Erscheinen
lohnt nicht mehr.... ;-(((